Wie Räume die Sprachentwicklung von Kindern fördern können

Rund 80 Fachkräfte entwickelten beim Fachtag Ideen für sprachfördernde Kita-Räume. Zugleich steht das Landesprogramm „Sprach-Kitas“ vor Veränderungen.">

Rund 80 pädagogische Fachkräfte beschäftigten sich beim Fachtag „Raum und Sprache“ der AWO Unterfranken mit sprachfördernder Raumgestaltung. Die Veranstaltung zeigte zugleich, wie wichtig die fachliche Vernetzung und Begleitung von Kindertageseinrichtungen ist – gerade vor dem Hintergrund der Veränderungen im Landesprogramm „Sprach-Kitas“ ab 2027.

Ob Bauecke, Forscherwerkstatt oder Gruppenraum: Die Gestaltung von Kita-Räumen beeinflusst, wie Kinder miteinander in Kontakt kommen, ihre Umgebung erkunden und sich sprachlich ausdrücken. Doch was macht einen Raum eigentlich sprachfördernd? Dieser Frage gingen rund 80 pädagogische Fachkräfte aus den von der AWO Unterfranken begleiteten Sprach-Kita-Verbünden bei einem gemeinsamen Fachtag nach.

Raumgestaltung beginnt mit der pädagogischen Haltung

Den fachlichen Einstieg gestaltete Gottfried Schilling, Geschäftsführer der Firma Kameleon. Er verdeutlichte, dass es bei der Raumgestaltung nicht nur um Möbel, Materialien oder die Aufteilung von Spielflächen geht. Entscheidend ist vor allem die pädagogische Haltung: Welche Bedürfnisse haben die Kinder? Was interessiert sie? Und wie können Räume sie dabei unterstützen, selbstständig aktiv zu werden und miteinander ins Gespräch zu kommen?

Gemeinsam neue Ideen entwickeln

Wie sich diese Überlegungen praktisch umsetzen lassen, erarbeiteten die Teilnehmenden anhand von fünf konkreten Beispielen aus Kindertageseinrichtungen unterschiedlicher Träger.

Die beteiligten Kitas hatten dafür Fotos, Raumpläne und eigene Fragestellungen mitgebracht. In Kleingruppen wurden die bestehenden Raumkonzepte betrachtet, diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt. Referent Gottfried Schilling begleitete die Gruppen mit zusätzlichen fachlichen Impulsen.

Dabei entstanden ganz unterschiedliche Ideen: In der Kita Am See in Garitz wurde beispielsweise überlegt, wie viele Tische und Stühle eine Forscherwerkstatt tatsächlich benötigt und wie Teppiche zusätzliche Spiel- und Sitzmöglichkeiten schaffen können. In der Kita Storchengasse in Bad Neustadt ging es darum, einen vorhandenen Einbau in der Krippengruppe besser zu nutzen und gleichzeitig den Sichtkontakt zwischen den Kindern zu ermöglichen.

Auch das AWO Kinderhaus Rasselbande in Würzburg brachte ein Praxisbeispiel ein. Hier stand die Frage im Mittelpunkt, wie Räume und Materialien gestaltet werden können, damit Kinder eigenständig experimentieren, entdecken und lernen können.

Die erarbeiteten Anregungen nehmen die Einrichtungen nun mit in ihre Teams, um mögliche Veränderungen gemeinsam zu besprechen.

Sprach-Kitas: Bewährte Arbeit vor Veränderungen

Der Fachtag ist ein Beispiel für die fachliche Begleitung und Vernetzung, die im Rahmen des bayerischen Landesprogramms „Sprach-Kitas“ stattfindet. Die AWO Unterfranken begleitet derzeit mit zwei Sprach-Fachberatungen sechs Verbünde mit insgesamt 64 Kindertageseinrichtungen unterschiedlicher Träger. Neben regelmäßigen Beratungen vor Ort und online organisieren sie Netzwerktreffen, Fortbildungen und Workshops zur Weiterentwicklung der sprachlichen Bildung.

Zum 31. Dezember 2026 endet das Landesprogramm in seiner bisherigen Form. Damit läuft auch die zusätzliche Förderung der Sprach-Fachkraftstellen in den Einrichtungen aus. Ab Januar 2027 soll eine neue gesetzliche Funktionsstellenpauschale unter anderem die Qualitätsbegleitung für sprachliche Bildung ermöglichen. Dieses Angebot soll künftig grundsätzlich allen Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen offenstehen.

Die konkrete Ausgestaltung der neuen Strukturen und die künftige Rolle der AWO Unterfranken befinden sich derzeit noch in Klärung.

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