Pflege braucht Stimme: Gemeinsam gegen Kürzungen in der Pflege

Keine Reform auf Kosten pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen! Mit dieser Botschaft haben wir uns am 19. Oktober 2026 gemeinsam mit zahlreichen Trägern, Verbänden und Unterstützenden auf dem Unteren Marktplatz in Würzburg versammelt. Unser Ziel: ein deutliches Zeichen gegen die geplanten Kürzungen, in der Pflege setzen. Organisiert wurde die Kundgebung von WirKommunal, einer Einrichtung des Kommunalunternehmens des Landkreises Würzburg und Soleo Aktiv. Unter dem Motto „Pflege braucht Stimme“ kamen Vertreter*innen aus Kommunen, privaten Pflegeeinrichtungen und der Wohlfahrtspflege zusammen, um gemeinsam auf die möglichen Folgen der geplanten Pflegereform aufmerksam zu machen. Hintergrund der Kundgebung sind die vorgesehenen Änderungen im Rahmen des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG). Sie könnten erhebliche Folgen für Menschen mit Pflegebedarf, pflegende Angehörige und bestehende Unterstützungsangebote haben. Aus unserer Sicht darf eine Reform der Pflegeversicherung nicht dazu führen, dass dringend benötigte Leistungen eingeschränkt oder zusätzliche finanzielle Belastungen für die Gruppe der pflegenden Angehörigen geschaffen werden. ">

Weniger ist nicht mehr!

Besonders deutlich wird die Problematik in der Tagespflege: Eine monatliche Mehrbelastung von 131 Euro steht im Raum, da das bisherige Entlastungsbudget in das Sozialraumbudget überführt werden soll. Ab 01.01.2027 kann dieses neue Budget jedoch nicht mehr zur Senkung des Eigenanteils eingereicht werden. Für pflegebedürftige Menschen und ihre Familien ist das eine zusätzliche finanzielle Herausforderung und kann dazu führen, dass ein Teil der Pflegebedürftigen sich die Tagespflege schlichtweg nicht mehr leisten kann. Dabei sind Angebote wie die Tagespflege unverzichtbar: Sie ermöglichen soziale Teilhabe, bieten professionelle Betreuung und entlasten pflegende Angehörige im Alltag.
Auch weitere Unterstützungsangebote, etwa in der Hauswirtschaft, Betreuung und Alltagsbegleitung der ambulanten Pflege, könnten durch Veränderungen bei der Finanzierung enorm unter Druck geraten. Damit steht neben der Bezahlbarkeit, auch die Verfügbarkeit wichtiger Hilfen auf dem Spiel. Flächendeckend.

 

Gemeinsam für eine verlässliche Pflege

Mit unserer Teilnahme an der Kundgebung haben wir uns an die Seite zahlreicher Organisationen gestellt, die sich für eine gute und zukunftsfähige Pflege einsetzen. Neben der AWO Unterfranken waren unter anderem die Seniorenvertretung Würzburg, die Arche, die Lebenshilfe, das Netzwerk Demenz und Pflege Main-Spessart sowie Soleo-Aktiv vertreten.
Die gemeinsame Botschaft: Professionelle Pflege muss gestärkt werden – nicht geschwächt. Wer auf Unterstützung angewiesen ist, braucht verlässliche Angebote. Und wer Angehörige pflegt, braucht Entlastung statt zusätzlicher Belastungen.
Für uns als AWO Unterfranken ist klar: Gute Pflege ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen bei politischen Entscheidungen im Mittelpunkt stehen und Gehör finden.

Pflege braucht Stimme. Und gemeinsam machen wir sie hörbar.

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