Auf dem Weg in eine klimafreundlichere AWO

Unsere Einrichtungen erheben den CO2-Fußabdruck. Die AWO hat sich bundesweit zur Klimaneutralität vor 2040 verpflichtet. ">
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Der AWO hat sich bundesweit mit all seinen Einrichtungen zur Klimaneutralität vor 2040 selbst verpflichtet. Auch der AWO Bezirksverband Unterfranken hat sich auf den Weg gemacht. Ein wichtiger Schritt dafür ist die Erhebung des CO2-Fußabdrucks. Die Auswertung des Fußabdrucks zeigt neben Klimaschutzmaßnahmen auch wirtschaftliche Potenziale auf.

Der AWO Bezirksverband für Unterfranken hat über 80 Einrichtungen in unterschiedlichen Bereichen: Seniorenarbeit, Behindertenhilfe und Angebote für Kinder, Jugend und Familie. Darunter fallen Seniorenheime, Tagespflegen, Kindergärten und Schulkindbetreuungen, Beratungsstellen, Wohnheime für psychisch Kranke, Tagesstätten und viele weitere. Seit Anfang 2023 führen sie nacheinander die Datenerhebung zur Berechnung ihres CO2-Fußabdrucks durch.

Begonnen haben diesen Prozess die 16 Senioreneinrichtungen des Verbandes als komplexe Einheiten. Für die Erhebung waren diese Kategorien maßgeblich: Energieverbräuche, Verpflegung, Mobilität, Beschaffung und Reinigung. Auf Grundlage der eingereichten Daten hat NiNo (ein externer Dienstleister, welcher aus Rohdaten CO2 Emissionen berechnet) den CO2-Fußabdruck erstellt. Die Einrichtungen wurden dann im Vergleich mit anderen stationären Pflegeeinrichtung auf deren Klimafreundlichkeit bewertet und eingestuft.

Die bisherigen Daten zeigen, dass sich die AWO Unterfranken mit knapp unter sieben Tonnen Kohlendioxid pro Pflegeplatz pro Jahr leicht unter dem bundesweiten Durchschnitt der CO2-Fußabdrücke für stationäre Pflegeeinrichtungen in 2022 bewegt. Das Ziel ist eine Tonne, dieses gilt als „klimaneutral“. „Für die AWO sind das die ersten Erfahrungswerte in puncto Klimabilanzierung und unser erster großer Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die Erfahrungen, die wir in Unterfranken machen konnten haben einen maßgeblichen Erfahrungsgewinn für die bundesweite AWO bedeutet, da wir im bundesweiten Vergleich Vorreiter in der Breite der Erhebung sind – noch kein AWO-Verband dieser Größe hat flächendeckend in allen (stationären) Einrichtungen den CO2-Fußabdruck erhoben“, weiß Sina Spachmann, Klimaschutzmanagerin bei der AWO Unterfranken. „Daran anknüpfend schließen aktuell all unsere Kitas und Horte die Datenerhebung für 2023 ab und auch bei uns direkt in der Geschäftsstelle wird der CO2-Fußabdruck erhoben.“

Erhobene Daten geben Aufschluss über Potenziale
„Die Erhebung war zwar aufwendig, hat uns aber auch gute Einblicke in das eigene Verhalten gegeben: Wo müssen wir die Verpflegung anpassen, wo ist es wichtiger, auf die Energiebilanz zu schauen“, freut sich Einrichtungsleiterin Jutta Schäfer. Sie führt das Bernhard-Junker-Haus in Aschaffenburg, eine der 16 Senioreneinrichtungen, die den Fußabdruck erhoben haben. Für sie sind die Ergebnisse aufschlussreich: „Sie helfen uns, noch bewusster auf unseren Energieverbrauch zu schauen und Mitarbeiter und Senioren dafür zu sensibilisieren. Durch die Erhebung haben wir für uns als Einrichtung sogar Einsparpotenziale entdeckt, die uns vorher nicht so deutlich waren. Bei der Verpflegung werden wir noch mehr auf vegetarische Ernährung setzen. Das ist nicht erst seit der Klimadiskussion ein Thema. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (GDE) empfiehlt seit vielen Jahren fleischarme Kost für Senioren. Das bleibt ein spannendes und viel diskutiertes Thema unter Bewohner und Mitarbeiter – so wie in der Gesellschaft auch.“

Bewusstsein für Klimaschutz im sozialen Bereich
„Durch den Klimawandel steige die Armut in vielen Regionen Ressourcenkonflikte, Armut und erzwungene Migration sind Folgen durch indirekte Effekte. „Diese betreffen auch uns. Wir als AWO tragen für das Wohl unserer Betreuten und Mitarbeitenden und für soziale Gerechtigkeit in der Welt Verantwortung, die durch den Klimawandel erheblich beeinflusst wird“, weiß Geschäftsführer Martin Ulses. Das Interesse für das Thema sei im Verband recht groß, auch wenn nicht alle Mitarbeitenden von Anfang an hinter der Idee standen. „Was unsere Kollegen aber gut nachvollziehen können ist, dass wir in unseren Einrichtungen vulnerable Gruppen betreuen. Die Folgen des Klimawandels spüren die Menschen in den Einrichtungen immer mehr, beispielsweise die direkten Auswirkungen von den häufiger auftretenden Hitzeperioden auf die Gesundheit der Betreuten“, berichtet Spachmann. „Die AWO sieht sich in der Verantwortung. Uns ist das Leben und Wohlbefinden von Menschen anvertraut worden, die ihre äußeren Umstände nicht mehr verändern können. Sie sind darauf angewiesen, dass wir als Träger für sie Schutzmaßnahmen treffen. Darunter gehören eben auch solche zum Klimaschutz und Klimaanpassung“, ergänzt der Geschäftsführer.

Der CO2-Fußabdruck ist nicht die einzige Maßnahme, die die AWO Unterfranken unternimmt. Die Klimaschutzmanagerin hat in vielen Bereichen Impulse gesetzt: „Wir organisieren Workshops und Seminare für unsere Mitarbeitenden und Mitglieder, in denen wir über Klimaschutz im Alltag informieren – ob Beruf oder privat. In unserem Intranet gibt es viel zum Nachlesen und wir haben auch einen internen Ideenwettbewerb gestartet“, so Klimaschutzmanagerin Spachmann. „Letztlich haben die Einrichtungen selbst eben die besten Ideen, wie sie ihre Häuser zukunftsfähig gestalten können, da gilt es nun sie in der Umsetzung zu unterstützen“.

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